Israel ist ein Reiseziel, nach dem ich mich lange gesehnt habe. Nur habe ich mich nie getraut hin zu fliegen. Zu gefährlich erschien mir das Image Israels. Ich bin froh, dass ich es trotzdem endlich getan habe, nur um herauszufinden, dass ich mich auf einer Solo-Reise nie sicherer gefühlt habe.

Ich hatte sogar keine Bedenken, nachts alleine herumzulaufen, was ich als Frau nicht in jedem Land empfehlen würde.
Was ich allerdings nicht erwartet hatte, war wie sehr mich dieses Land in seinen Bann zieht. Es ist wirklich nicht schwer, sich in diesen Ort und seine Menschen zu verlieben. Und so blicke ich zurück auf die wahrscheinlich spannendsten drei Wochen, die ich je erlebt habe.

Reisereportage Israel

Mein Abenteuer beginnt in Jerusalem. An einem Winterabend angekommen, scheint die Temperatur nicht viel wärmer zu sein als zu Hause in München. Zum Glück wärmt mich tagsüber eine strahlende Sonne und ich verliere mich im Labyrinth der Altstadt und in Gesprächen mit Einheimischen und anderen Reisenden. Ich verwöhne mich mit frischen Fruchtsäften und der lokalen Küche und genieße die Vielfalt in dieser Stadt. Das Israel Museum beeindruckt mich sehr und ich hätte problemlos den ganzen Tag dort verbringen können. Schnell gewöhne ich mich an meine Umgebung, aber ich werde bis ans Ende meiner Reise von der Offenheit der Menschen in Israel begeistert sein.

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Ich entscheide mich dazu, einen Tagesausflug von Jerusalem nach Betlehem zu machen. Es ist einfach, dorthin zu gelangen. Mit einem Bus ist man in 20 Minuten da. Die Rückkehr ist dann etwas schwieriger. Man muss durch einen Kontrollpunkt gehen, bevor man den Bus zurück nehmen kann. Den man dann auch noch erst mal wieder finden muss …

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Nach meiner letzten Nacht in Jerusalem hole ich morgens meinen Mietwagen ab und fahre in Richtung Totes Meer. Nach nicht einmal einer Stunde Fahrt verwandelt sich die Landschaft in eine karge Monotonie. Ich halte kurz in Metsoke Dragot und genieße die Ausicht über eine mondähnliche Landschaft.

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Kurz darauf komme ich in der Ein Gedi Lodge an, einem Campingplatz etwas außerhalb des Kibbuz. Es ist eine einfache Unterkunft, aber mit Blick auf das Tote Meer. Und ich kann mich leicht mit anderen Reisenden austauschen. Ich bin froh, dass ich das kalte Klima Jerusalems hinter mir gelassen habe und verbringe die Tage im T-Shirt. Ich bemerke, dass meine Lippen brennen und salzig schmecken und sehne mich ständig nach Trinkwasser. (Im Durchschnitt trinke ich jeden Tag 5 Liter Wasser während ich mich im Gebiet des Toten Meeres aufhalte.)
Ich wandere entlang des Wadi Arugot, einem Flusstal im Naturschutzgebiet von Ein Gedi, spaziere durch den Kibbuz und gehe auch zum Toten Meer hinunter. Weil ich Angst vor den wirklich tiefen Senklöchern habe, die dadurch entstehen, dass der Pegel des Toten Meeres konstant sinkt, schaffe ich es nicht bis ganz ans Ufer. Um im toten Meer schweben zu können, fahre ich 30 Minuten nach Ein Bokek, um einen öffentlichen Strand mit Duschen zu finden.

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Nach 2 Nächten in Ein Gedi fahre ich in Richtung Süden nach Eilat am Roten Meer. Auf meinem Weg halte ich in Masada, einer alten Festung auf einem Felsenplateau. Ich wandere auf dem sogenannten Snake Trail hinauf. Die Aussicht von Masada über das Tote Meer ist atemberaubend und wenn man sich für Geschichte und alte Felsen interessiert, wird man nicht nur die Aussicht genießen.

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Die Fahrt von Masada nach Eilat scheint surreal, da die Luft extrem dunstig ist und sich die mondähnliche Landschaft allmählich in eine marsähnliche Landschaft verwandelt. Ich habe das Gefühl mich nicht mehr auf der Erde zu befinden, sondern in einem Science Fiction Film.

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Ich wusste, dass Eilat nicht die schönste Stadt ist. Tatsächlich wird Eilat auch als Mini Las Vegas bezeichnet, und das sagt vieles darüber aus, wie Eilat ist. Aber ich bin eigentlich auch nicht hier, um mir die Stadt an zu sehen. Tatsächlich ist sie nur meine Basis für Wüstenwanderungen.

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Nächstes Ziel: Mitzpe Ramon. Mitzpe ist auch eher so eine Ausgangsbasis. Ich meine, wenn man genau hinschaut, wird man dort schon auch bezaubernde Orte wie das Gewürzroutenviertel finden, aber ich bin hauptsächlich hier, um den Sonnenaufgang über dem Krater Makhtesh Ramon zu beobachten. Ein Makhtesh ist ein geologisches Phänomen der israelischen Wüste. Und der Makhtesh Ramon ist der größte Krater. Er ist kein Aufprall- oder Vulkankrater, sondern entstand durch Erosion. Er ist beeindruckend riesig und total marsartig. Nur die Bergziegen am Rande des Kraters und der Sonnenaufgang erinnern mich daran, dass wir nicht auf dem Mars sein können. Der Makhtesh Ramon schafft es definitiv auf meine Highlights-Liste für Israel.

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Auf dem Weg zurück nach Norden mache ich noch zwei Stopps. Zuerst erkunde ich Avdat, eine zerstörte nabatäische Stadt, und dann besuche ich noch das sehr informative Ben Gurion House südlich von Sde Boker.

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Ich mache mich auf den Weg nach Norden in Richtung Haifa und bleibe dort ein paar Nächte, um Tagesausflüge nach Cäsarea, Akko, Rosh HaNikra, Carmel Mountain und Nazareth zu machen. Ich merke, dass das Fahren etwas anstrengender wird. Da es im Süden Israels nicht viel Verkehr gibt, ist das Fahren in der Wüste sehr entspannt. Ich brauche einen Tag, um mich an die israelische Fahrweise zu gewöhnen, was „Ich zuerst“ bedeutet. Überholen auf der rechten Seite oder sogar Slalom fahren ist hier völlig normal.

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In Akko, einer Kreuzfahrerstadt nördlich von Haifa, besuche ich die Bahai-Gärten und genieße die Ruhe des Ortes. Außerdem schlendere ich durch die Altstadt, die ein bisschen schmutzig ist, und bemerke, dass die meisten Türen in einem lebhaften Türkis gestrichen sind.

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An meinem dritten Tag in Haifa entscheide ich mich nach einer 4-stündigen Wanderung durch das nahgelegene Karmelgebirge auch noch nach Nazareth zu fahren. Das war nicht die beste Idee. Der Verkehr in Nazareth mit seinen engen Straßen ist wahrscheinlich immer schwierig, aber am Schabbat ist es extrem. Nachdem ich trotzdem einen kostenlosen Parkplatz gefunden und in die Altstadt gelaufen bin, bin ich etwas enttäuscht, da ich nicht wirklich weiß, was ich hier sehen oder tun soll, außer einige Kirchen zu besuchen oder durch den Shuk zu schlendern. Wegen des Schabbats sind allerdings die meisten Geschäfte geschlossen.

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Nachdem ich in Haifa ausgecheckt und alle meine Besitztümer in mein Auto geworfen habe, fahre ich weiter Richtung Norden nach Agamon Hula, einem Paradies für Zugvögel. Ich leihe mir ein Fahrrad und fahre mit dem Fahrrad durch den Park, um Kraniche, Störche und andere Vögel zu sehen. Meine Zeit ist hier begrenzt, da eine Schlechtwetterfront den Norden Iraels bedroht. Deshalb entscheide ich mich anschließend, wieder nach Süden zu fahren, da es in der Wüste angeblich nicht regnen soll, oder? Der ursprüngliche Plan war, mehr vom Norden zu erkunden. Aber ich habe keine Lust auf Regen, und fahre im Zickzack durch Israel.

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Nach einem kurzen Stopp in Kapernaum am Nordufer des Sees von Galiläa fahre ich so weit wie möglich vom Regen weg, was mich zu Ne’ot HaKikar führt, einem Moshav im unmittelbaren Süden des Toten Meeres. Ein Moshav ist eine Art geschlossene israelische Siedlung, die einem Kibbuz ähnelt.

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Da mich eine kleine Erkältung plagt, mache ich es mir in Ne’ot HaKikar gemütlich. Ein bisschen erkunde ich natürlich trotzdem die Umgebung und finde wieder mal eine surreale Landschaft vor.

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Nach 2 Nächten gehe ich weiter nach Süden, um den Timna Park zu erkunden, den ich während meines Aufenthalts in Eilat ausgelassen habe. Ich bin wirklich froh, dass ich es wegen des regnerischen Wetters im Norden hierher zurück geschafft habe. Der Timna Park befindet sich in einer majestätischen Wüstenumgebung und hat eine erstaunliche Geschichte und Geologie. 

Timna Park

Timna Park

Timna Park

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Timna Park

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Da ich keine Lust habe noch mal nach Mini Las Vegas Eilat zurückzukehren, fahre ich wieder 1,5 Stunden gen Norden, um in einer Camp Lodge im Beduinenstil mit Kamelen, Ziegen und Eseln zu übernachten. Ich bin ziemlich enttäuscht, als ich bemerke, dass ich der einzige Gast bin, in einer Lodge die für 150 Leute ausgerichtet ist, aber anscheinend ist es eher ein Campingplatz, der von Einheimischen am Schabbat genutzt wird, als von Touristen aus dem Ausland. Und es ist ein Dienstag. Der Besitzer und seine Gehilfe servieren mir ein fantastisches Abendessen und Frühstück und es ist ganz nett, mit ihnen zu plaudern. Ich gehe früh in mein Zelt und schlafe meine Erkältung in fast 11 Stunden aus.

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Meine letzten 3 Nächte sind bereits in Tel Aviv gebucht und ich werde das Auto abgeben, sobald ich dort ankomme. Ich habe also noch eine Nacht Zeit, bevor ich in die Stadt fahre. Da es stürmt, möchte ich lieber in einem soliden Haus als in einem Beduinenzelt schlafen. Ich fahre also nach Yeruham.
Dort gibt es nämlich auch einen Krater, den Makhtesh Hagadol. Mein Aufenthalt im großen Krater wird jäh durch den Sturm unterbrochen und nachdem ich in der depremierenden Wüstenstadt Yeruham ein paar Lebensmittel gekauft habe, verbringe ich den Rest des Tages in der gemütlichen Herberge, da es draußen regnet (in der Wüste!).

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Nach einer verrückten letzte Fahrt rein nach Tel Aviv, gebe ich mein Gepäck im Hostel und das Auto bei der Vermietung ab. Anschließend geh ich direkt zum Tel-Aviv Museum of Modern Art, das nicht nur schöne Exponate, sondern auch ein beeindruckendes Interior zeigt. Am Morgen des nächsten Tag erkunde ich die Altstadt von Jaffa. In Jaffa ist jeden Tag Flohmarkt. Die kleinen Gassen sind voll mit Händlern, die Kleidung, Schmuck und Antiquitäten verkaufen.
Ich genieße meine letzten sonnigen Tage in dieser absolut bezaubernden Stadt, die mich auf den ersten Blick nicht wirklich beeindruckt hat. Aber am Ende bin ich traurig, dass ich hier nicht mehr Zeit hatte.

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